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Letztendlich zählt für Diego Maradona nur das Ergebnis. Ein Sieg im Auftaktspiel bei der Fussball-WM 2010 in Südafrika gegen Nigeria war Pflicht und Abwehrspieler Gabriel Heinze hat diesen durch seinen Kopfballtreffer in der 6. Minute ermöglicht. Ausnahmefussballer Lionel Messi hat gezaubert und geglänzt – aber nicht getroffen. Und Nigeria hatte den Ausgleich auf dem Fuss. Ein deutlicher Sieg fällt anders aus. Trotzdem befinden sich die Gaúchos nach dem Erfolg vom Samstag im Ellis Park Stadion in Johannesburg im Höhenflug.
“Ich will dem brasilianischen Volk etwas sagen. Hallo Brasilianer, wir mögen euch, wollen euch aber auch sagen, dass Argentinien die Nummer 1 sein wird. Argentinien wird die WM gewinnen” entfuhr es einem argentinischem Fan nach dem Spiel, als er mit einer Gruppe von Kameraden das Stadion verliess und auf einen Reporter von ESPN stiess. Doch damit nicht genug. “Messi war wie immer genial. Er ist der beste der Welt, wir wollen unbedingt mehr von ihm sehen.” erklärte eine Argentinierin begeistert und fügte hinzu: “Er wird den Titel für Argentinien holen. Er und Maradona.” Sollte dies geschehen, dann dürften beide endgültig in den Himmel gehoben werden. “Maradona ist Gott! Messi ist Jesus!” schallte es aus der argentinischen Fangruppe voller Euphorie.
Aus dem brasilianischen Mannschaftsquartier war bislang keine Reaktion auf das Spiel zu erfahren. Die typische argentinische Arroganz, die jedoch durchaus reziprok erfolgt, dürfte daher Kaká und Co. lediglich ein Lächeln auf die Lippen zaubern. In einem Interview vor wenigen Tagen hatte der Nachfolger von Pelé und Ronaldinho im Trikot mit der Rückennummer 10 noch auf die letzte Niederlage der Albiceleste gegen die Seleção hingewiesen. Der Reporter hatte Kaká unterbrochen und wiederholt auf das Fehlen des “schönen Spiel” bei der brasilianischen Nationalelf hingewiesen. Kaká konterte mit Ironie: “Bei der WM-Qualifikation haben wir gegen Argentinien mit 3:1 gewonnen. Das war für mich schon ein Spektakel.”
Trainer Diego Maradona schwärmte nach dem Spiel von den Aktionen seines Hauptakteurs: “Lio (Messi) hat auf dem Spielfeld gezaubert. Fußball ohne ihn wäre nicht schön” so die Worte des mittlerweile 49-jährigen, der sich ausnahmsweise einmal verbal in Zaum halten konnte. Er übte sogar offen Selbstkritik und erklärte, die Mannschaft müsse sich noch steigern, um ins Finale zu kommen. Im Oktober 2009 hatter er nach einem ähnlich mühsamen 1:0 gegen Uruguay und der damit allerdings erreichten WM-Qualifikation argentinischen Journalisten noch entgegen geschmettert: “Denjenigen, die nicht an mich geglaubt habe, sage ich: Ihr könnt mir einen blasen.” Die FIFA hatte ihn daraufhin für zwei Monate gesperrt.
Foto: REUTERS/Enrique Marcarian