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In der letzten Pressekonferenz vor dem Auftaktspiel gegen Nordkorea hat der brasilianische Nationaltrainer harsche Kritik an der Presse geübt. Thema der Medienkonferenz war wieder einmal mehr das persönliche Verhältnis des Weltmeisters von 1994 mit den Journalisten als das bereits für Dienstagabend Ortszeit angesetzte erste Gruppenspiel der Seleção. Dunga verteidigte gegenüber den zahlreichen Pressevertretern wiederholt seine Arbeitsweise und konterte die Fragen mit oftmals mit reichlich Ironie.
Grösstes Unverständnis bei den anwesenden Reportern war das zweifache “Geheimtraining” am Wochenende. Sowohl am Samstag als auch am Sonntag wurde der Presse der Zugang zur Sportanlage in der Randburg High School verwehrt. “Vielleicht hat Rodrigo Paiva (Pressesprecher des brasilianischen Fussballverbandes CBF) nichts gesagt, weil er gut erzogen ist und keinen Streit wollte. Aber es war kein geschlossenes Training. Es war ein privates Training. Weil wir mal eine andere Sache machen wollten, einfach anhalten um etwas zu trainieren und dass es aufhört, dass man – ich sage mal nicht überfahren – aber gestört wird. Natürlich sind beim Spiel auch Leute da, aber das ist etwas anderes. Sagen Sie nicht, die Spieler müssten kreativ sein? Dann nutzen Sie doch ihre Kreativität auch mal beim Schreiben” so Dunga in der Pressekonferenz.
Die Frage nach der Kreativität rückte jedoch bereits kurze Zeit später erneut ins Rampenlicht. Dunga konterte mit Zahlen. “Eine Mannschaft die mehr als 100 Tore gemacht hat ist kreativ. Eine Mannschaft die nur 30 Tore kassiert hat ist ausgeglichen. Als ich geboren wurde, habe ich von dieser Kreativität gehört. Die schlimmste Kritik ist ja die, dass das Training privat sei, weil es keine Exklusivinterviews, keine Abendessen mit 5 oder 6 (Journalisten). Die Kritiken beziehen sich doch mehr auf meinen Stil. Das stört aber nicht. Sie haben es in der Hand, was sie schreiben. An einem Tag haben sie geschrieben, Julio Cesar hat vormittags nicht am Training teilgenommen. Später, er war der Beste beim Nachmittagstraining. Ich werde noch verrückt. Irgendwann bekomme ich davon graue Haare.”
Dunga machte seinem Ärger nun richtig Luft und sparte nicht mit Worten bezüglich seiner Beziehung zu den Journalisten. “Seit ich geboren bin gibt es diese Konfrontation zwischen der Presse und dem Nationaltrainer. Es gibt die Meinungsfreiheit. Aber ich werde von morgens bis abends verfolgt. Und dann, wenn ich antworte, heisst es ich sei barsch. Aber Sie sind im Vorteil. Sie haben 24 Studen um auf mich einzuhauen. Wenn ich antworte, bin ich der Verlierer. Aber ich soll nachtragend sein.”
Am Ende fand Dunga, der mit der Seleção nicht nur die Südamerikameisterschaft 2007 und den Confed-Cup 2009 gewinnen konnte sondern auch Brasilien als Tabellenerster durch die Qualifikation in Südamerika brachte, einige wenige Worte zum Spiel gegen Nordkorea. “Wir müssen konzentriert herangehen, Korea mit Respekt begegnen und am Limit spielen um zu gewinnen. Trainieren, die Spielzüge wiederholen, wir steigern uns von jedem Training, jedem Spiel. Wir werden eine gute Figur abliefern und gewinnen” versprach Dunga zuversichtlich. Über den Gegner, der fast vollständig abgeschottet in einem Township trainiert, ging er noch sparsamer mit den Worten um. “Es ist eine Mannschaft, die sehr kompakt spielt und schnell nach vorne kommt. Sie haben nur drei Spieler, die ausserhalb von Nordkorea spielen, das wird uns helfen.”
Am Dienstagabend (15.06., 20.30h MESZ) trifft Brasilien im ersten Vorrundenspiel auf Nordkorea – siehe auch den WM2010 Mannschaftsvergleich Brasilien – Nordkorea. Weitere Gegner in der Gruppe G sind am 20. Juni die Elfenbeinküste und am 25. Juni die Auswahl Portugals. Nur die beiden Ersten einer jeden Gruppe qualifizieren sich für das Achtelfinale.