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FIFA sieht keine Motive für Bestrafung von Trainer Dunga

veröffentlicht am Dienstag, 22. Juni 2010
FIFA sieht keine Motive für Bestrafung von Trainer Dunga

Der brasilianische Mediengigant Globo hat nach der “Kriegserklärung” gegen Trainer Dunga die erste Schlacht verloren. Der Nationalcoach muss aufgrund seiner Beschimpfungen von Schiedsrichter, dem Topstar Didier Drogba und einem Journalisten des Senders mit keiner Strafe durch den Weltfussballverband rechnen. “Die Disziplinarkommission sieht keinen Grund, ein Verfahren einzuleiten”, erklärte FIFA-Sprecher Pekka Odriozola am Dienstag.

Während dem turbulenten Spiel gegen die Elfenbeinküste, welches Brasilien souverän mit 3:1 gewann, hatte sich der Weltmeister von 1994 am Spielfeldrand massiv ereifert und allen Anschein nahm wüste Flüche in Richtung Schiedsrichter geschickt. Auch bei der anschließenden Pressekonferenz soll er sich unangebracht gegenüber Alex Escobar, einem Kommentator des Senders, geäußert haben. Nach TV-Bildern murmelte er mehrfach Beleidigungen mit Blick auf den Journalisten. Der Sender entfachte eine im eigenen Land mehr als umstrittene Hetzkampagne und schwärzte Dunga zudem bei der FIFA an.

Die Tageszeitung “O Globo” reagierte sofort auf die FIFA-Stellungnahme und veröffentlichte das Ergebnis einer kurz nach Spielende durchgeführten Umfrage unter dem Titel “Mehrheit der Leser für Bestrafung von Dunga nach Beschimpfungen”. Laut dem Artikel hätten sich 2.647 Leser oder 51,28% für Konsequenzen nach den angebrachten Äusserungen ausgsprochen. Im Internet hingegen stiess die Reaktion des Trainer augenscheinlich auf viel mehr Verständnis. Der Suchbegriff “CALA BOCA TADEU SCHMIDT” – “Halt’s Mail Tadeu Schmidt” in Anspielung auf den Globo-Reporter, der den Stein ins Rollen brachte – avancierte zum Top-Trend beim Microblogging-Dienst Twitter.

Seit knapp 20 Jahren steht Dunga mit der brasilianischen Presse auf Kriegsfuß. Bei der WM 1990 wurde der damalige Nationalspieler zu einem der Hauptsündenböcke für das frühe Ausscheiden der Seleção erklärt, seitdem ist das Verhältnis mehr als zerrüttet. Als er 1994 in seiner Funktion als Mannschaftskapitän mit dem WM-Pokal in der Hand vor die Presse trat, schimpfte er seine Kritiker Lügen. Seitdem wird jeder Fehltritt oder Misserfolg vor der Presse mehr als akribisch aufgearbeitet.

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Bildquelle: CBF

1 Kommentar:

  • von o.breidenich 13. Juli 2010 um 06:07

    Lächerlich das Ganze.

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