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Wenn Brasilien am Montag im Ellis Park Stadion von Johannesburg um 20.30 Uhr MESZ auf Chile trifft, dann stehen sich da weniger Rivalen sondern mehr alte Freunde gegenüber. 65 Mal sind beide Mannschaften in den vergangenen 80 Jahren aufeinander getroffen, 47 Mal ging die Seleção als Sieger hervor. Und doch sind die Spiele stets hart umkämpft und werden gerne auch einmal ruppig, gerade wenn Brasilien zu hoch gewinnen sollte. Trainer Dunga wird daher seine WM-Hoffnungsträger ausführlich instruieren, auf keinerlei Provokationen einzugehen. Eine Gelb-Rot-Sperre wie die von Kaká kann sich der fünffache Weltmeister für die kommenden Spiele keinesfalls mehr erlauben.
Erfahrungen mit Chile seit der Übernahme der Nationalmannschaft im Jahr 2006 genügend sammeln. Fünfmal trafen die Teams aufeinander, fünfmal ging die Seleção als Sieger hervor. Das knappste Ergebnis mit “nur” zwei Toren Unterschied war zugleich die letzte Konfrontation im Rahmen der WM-Qualifikation mit einem 4:2. Davor lauteten die klaren Siege 4:0, 3:0, 6:1 und 3:0. Die Bilanz der Ära Dunga mit 20:3 Toren kann sich daher durchaus sehen lassen.
Trotz der stats klaren Niederlagen gegen Brasilien hat sich “La Roja” in der WM-Qualifikation jedoch beachtlich geschlagen. Mit 10 Siegen, 3 Unentschieden und 5 Niederlagen beendete Chile die “Eliminatorias” auf Rang 2 noch vor Paraguay, Argentinien und Uruguay. Dabei hatte der Andenstaat sogar einen Sieg mehr auf dem Konto als der grosse Konkurrent Brasilien, der die Qualifikation mit 9 Siegen, 7 Unentschieden und nur 2 Niederlagen abschloss. Südafrika 2010 ist erst die 7. WM-Teilnahme für Chile und die zudem die erste seit 12 Jahren. Umso euphorischer haben die Menschen am Pazifik in den vergangenen Tagen die Erfolge ihrer Nationalelf gefeiert, die in der Gruppe H neben Honduras zu den Aussenseitern gezählt hatte. Doch zwei Siege über Honduras (1:0) und die Schweiz (1:0) reichten trotz der 1:2 Niederlage gegen Spanien im letzten Gruppenspiel für den Einzug in die Runde der letzten 16.
Nun bleibt abzuwarten, welche Taktik “La Roja” anschlägt, zumal drei Stammspieler mit einer Gelbsperre ausfallen. Obwohl sie gerne eher offensiv agieren, könnte Trainer Marcelo Bielsa seiner Startelf eine Defensivkur verpacken, wie sie bereits von Nordkorea und Portugal mehr oder weniger erfolgreich gegen Brasilien umgesetzt wurde. Dass dies zu Lasten der Spielfreude geht, konnte man schon bei den brasilianischen Vorrundenbegegnungen sehen. Die Seleção hatte sich zurückgehalten oder war am Abwehrbollwerk gescheitert. Die Gegner hatten jeweils tief in der eigenen Hälfte vergraben auf eine der seltenen Konterchancen gehofft. In der K.O.-Runde geht es nun jedoch um alles oder nichts, daher könnte es erneut ein schnelles und torreiches Spiel werden, gerade wenn Brasilien früh in Führung gehen sollte.
| MANNSCHAFTSVERGLEICH | |
| BRASILIEN |
|
| WM-Teilnahmen | |
| 19 (alle von 1930-2010) | 7 (1930, 1950, 1962, 1966, 1974, 1982, 1998) |
| WM-Finale | |
| 7 (1950, 1958, 1962, 1970, 1994, 1998, 2002) | 0 |
| Titelgewinne | |
| 5 (1958, 1962, 1970, 1994, 2002) | 0 |
| Begegnungen | |
| insgesamt 65 | 46 x Brasilien, 7 x Chile
WM-Qualifikation 09/09/2009 |
Brasilien 152 x 55 Chile
Brasilien 4 x 2 Chile |
| Position FIFA-Weltrangliste | |
| 1 | 18 |
| Wo spielt der Kader? | |
| Italien = 8 Spanien = 4 Brasilien = 3 Portugal = 2 Deutschland = 2 Griechenland = 1 England = 1 Türkei = 1 Frankreich = 1 |
Chile = 7 Spanien = 3 Italien = 3 Argentinien = 1 Brasilien = 1 Griechenland = 1 Deutschland = 1 Vereinigte Arabische Emirate = 1 Russland = 1 Portugal = 1 Mexiko = 1 England = 1 Türkei = 1 |
| Jüngster und ältester Spieler | |
| Ramires – 23 Jahre Gilberto – 34 Jahre |
Alexis Sanchez – 21 Jahre Pablo Contreras – 31 Jahre |
| Neuester und erfahrenster Spieler | |
| Grafite – 4 Spiele Lúcio / Gilberto Silva – 96 Spiele |
Luis Marin – 3 Spiele Pablo Contreras – 53 Spiele |
| Trainer | |
| Dunga | Marcelo Bielsa |