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Es steht endgültig fest: Elano ist im Viertelfinale gegen Holland am Freitag nicht mit von der Partie. Ein einziger Tritt im Spiel gegen die Elfenbeinküste hat die WM für den Mittelfeldspieler in einen Albtraum verwandelt. Dabei hatte er Sekunden kurz zuvor allen Grund zu jubeln. In der 62. Minute erzielte er das 3:0 für die Seleção und freute sich über seinen zweiten Treffer im Turnier.
Dann jedoch die alles entscheidende Szene: Elano rutscht in einen Ball rein, sein Gegenspieler Cheick Ismael Tioté springt nicht wie jeder Profi einfach über ihn drüber sondern streckt das Bein durch. Er trifft den 29-jährigen mit voller Wucht am Schienbein, der schreit vor Schmerzen auf. Sekunden später wird Elano vom Platz getragen, der Schiedsrichter hatte noch nicht einmal ein Foul gesehen. TV-Bilder zeigen den Profi von Galatasaray Istanbul humpelnd und von zwei Betreuern gestützt in Richtung Kabine gehen. Der Familienvater (2 Töchter) kann den rechten Fuss nicht aufsetzen.
Ismael Tioté wird auf der FIFA-Webseite als “eisenharter defensiver Mittelfeldspieler, aggressiv und konditionsstark” beschrieben. Von 2005 bis 2007 spielte er in Belgien, seitdem hat er seine “Technik” in Holland perfektioniert. Derzeit spielt er dort beim FC Twente Enschede, wird dort von den Fans als “Mittelfeldsoldat” bejubelt.
Nach dem Spiel erfolgte zunächst die Entwarnung von Teamarzt José Luiz Runco. Elano sei gegen Portugal wieder einsatzbereit, es sei nicht so schlimm, wie es ausgesehen hätte. Doch er scheint sich geirrt zu haben. 10 Tage ist der Vorfall jetzt her, weder gegen Portugal noch im Achtelfinale gegen Chile konnte er auflaufen. Und für das Viertelfinale gegen die Niederlande gibt es auch kein grünes Licht. “Ich sage nicht, dass er bei dieser WM nicht mehr zum Einsatz kommt, aber er spielt am Freitag nicht” so der Mediziner.
Ob Elano bei dieser Weltmeisterschaft überhaupt noch zum Einsatz kommt, ist allerdings mehr als fraglich. Die Verletzung verheile zwar, beeinträchtige den Spieler jedoch weiterhin massiv. Eine genauere Untersuchung hat nun ergeben, dass es sich um ein Knochenödem am rechten Schienbein handelt. Ein neuerlicher Einsatz steht daher in den Sternen. “Es kann ein paar Tage, Wochen, vielleicht einen Monat dauern” so der Teamarzt vorsichtig und klingt dabei keinesfalls optimistisch.
Nach der ersten Diagnose und einem Gespräch mit Runco hatte sich der Spieler mit der Rückennummer 7 voller Optimismus auf die kommenden Spiele vorbereitet und die Verletzung nicht genauer untersucht. “Ich habe mich zunächst besser gefühlt und trainiert. Daher haben wir die Entscheidung auch nicht vorher getroffen. Nun haben wir die Untersuchung aber durchgeführt. Unglücklicherweise wissen wir jetzt mehr als uns lieb ist” so Elano auf einer Medienkonferenz in Johannesburg.
Bildquelle: CBF