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Trauer und Entsetzen in Brasilien nach Viertelfinal-Aus

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veröffentlicht am Freitag, 2. Juli 2010
Trauer und Entsetzen in Brasilien nach Viertelfinal-Aus

In Brasilien haben die Menschen mit Trauer und Entsetzen auf das Ausscheiden der Seleção bei der Fussball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika reagiert. An der Copacabana verstummten beim FIFA FAn Fest die Fangesänge und die Sambatrommeln, viele Besucher lagen sich weinend in den Armen. Auch in vielen anderen Städten hatten Hundertausende das Viertelfinale beim Public Viewing verfolgt, teilweise wurde die für die nach dem Spiel vorgesehenen Konzerte abgesagt.

Die Zeitungen des Landes überschlugen sich in ihren Online-Ausgaben förmlich mit Trauerbotschaften und selbst Staatspräsident Luiz Inácio Lula da Silva meldete sich zu Wort. Einige Spieler seien weit unter ihren Möglichkeiten geblieben, so das Staatsoberhaupt in Brasília. Lula hatte das Spiel mit einigen Ministern gemeinsam gesehen und blieb nach Spielende minutenlang wortlos vor dem Fernsehgerät sitzen. Kurz darauf reiste er in Richtung Afrika ab, wo er mehrere Länder besuchen wird. Unter anderem wird er auch in Südafrika für die Stabübergabe und der Eröffnung des Countdowns für die Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien erwartet.

Neben Trainer Dunga, der auf der Pressekonferenz faktisch seinen Rücktritt ankündigte, haben die brasilianischen Medien schnell einen weiteren Südenbock für das Scheitern der Seleção ausfindig gemacht: Felipe Melo. Der Mittelfeldspieler hatte zwar noch den Traumpass zum frühen Führungstor gegeben, patzte dann jedoch in der zweiten Halbzeit vollständig. Zunächst sorgte er durch sein Eigentor für den Ausgleich, nach der Führung der Holländer verlor er dann zudem die Kontrolle und wurde wegen einer Tätlichkeit vom Platz gestellt. “Melo sollte seine Ferien besser nicht in Brasilien verbringen” twitterte Fussball-Legende Ronaldo bereits kurz nach Spielende.

Laut dem brasilianischen Fussballverband CBF sollen nun alle Spieler gemeinsam zunächst nach Brasilien zurückkehren. Der Abflug von Johannesburg ist für Samstagabend 21 Uhr Ortszeit geplant, am frühen Sonntagmorgen soll die Maschine gegen 2 Uhr brasilianischer Zeit Rio de Janeiro eintreffen.

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Bildquelle: Agência Brasil

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