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Manaus » Vivaldão – Stadion

erstellt am Mittwoch, 16. September 2009

sede-manausAuch im endlosen Amazonas werden bei der WM 2014 einige Spiele ausgetragen. Die Millionenmetropole Manaus mit dem Estádio Vivaldo Lima (“Vivaldão”) bekam letztendlich den Zuschlag, Belém (Pará) und Rio Branco (Acre) landeten auf den Plätzen. Doch dafür musste die Regierung des Bundesstaates gewaltige Anstrengungen unternehmen. Zunächst wollte die Fifa von der Nachhaltigkeit sämtlicher Investitionen überzeugt werden -- die Zerstörung des amazonischen Regenwaldes darf durch die Ausrichtung des Fussballturniers keinesfalls verschärft werden. Der Bundesstaat Amazonas kann dabei jedoch die beste Umweltbilanz aller Regionen im Amazonasdelta vorweisen. Und das unter anderem in Deutschland entwickelte Vorzeigeprojekt eines hochmodernen Stadions und die Übernahme der Verantwort zum Schutz der Umwelt durch die Bezirksregierung überzeugte dann schliesslich das Exekutivkomitee.

Das riesige Amazonien war bereits vor der Vergabe neben dem Pantanal fest als Austragungsstätte gesetzt. Dies hatte Fifa-Präsident Joseph Blatter zuvor dem brasilianischen Staatspräsident Luiz Inácio Lula da Silva versprochen. Für die beiden Ökosysteme stellt die Ausrichtung der WM 2014 ein grosse Chance dar. Besonders der Tourismussektor soll durch die erwarteten Besucher einen starken Impuls erfahren. Mit Manaus ist die Grossregion “Norden” allerdings nur mit einem einzigen Standort bei der WM 2014 vertreten.

Wichtige Daten
  • Name: Estádio Vivaldo Lima
  • Spitzname: “Vivaldão”
  • Ort: Manaus, Bundesstaat Amazonas, Region Nord
  • Einwohner: ca. 1.700.000
  • Bauzeit: 1967 -- 1970
  • Einweihung: 5. April 1970
  • Umbau: 1995
  • Eigentümer: Regierung des Bundesstaates Amazonas
  • Verwaltung: Secretaria de Estado da Juventude, Esporte e Lazer (SEJEL)
  • Spielfläche: Naturrasen (108m x 70m)
  • Architekten: Severiano Mário Porto
  • Wettbewerbe: Campeonato Amazonense und Campeonato Brasileiro
  • Mannschaften: Nacional Futebol Clube, Rio Negro, São Raimundo, América, Sul América
  • Kapazität: 33.000
  • Zuschauerrekord: 56.950 Personen am 9. März 1980 beim Spiel zwischen Fast 0 x 0 Cosmos
  • Erstes Spiel: Seleção Brasileira 4 x 1 Seleção Amazonense
  • Erstes Tor: Dadá Maravilha (Seleção Brasileira)

Am Tag des Zuschlags als Ausrichtungsstätte stand das ansonsten vom restlichen Teil Brasiliens stets isolierte Manaus förmlich Kopf. 20.000 Menschen kamen auf den Parkplatz des Stadions und feierten die “Copa im Amazonas”. Bei tropischen Temperaturen hatten bereits ab 10 Uhr morgens verschiedene Gruppen, darunter die beliebte brasilianische Rockband Jota Quest, den fussballbegeisterten Nordbrasilianern zusätzlich eingeheizt. Als dann am Nachmittag die Entscheidung fiel, gab es für die Bevölkerung kein Halten mehr. Ein riesiges Feuerwerk begleitete die Jubelschreie und kilometerlange Autokolonnen zogen geschmückt mit der Regionalflagge des Bundesstaates Amazonas durch die Metropole, die neben dem undurchdringlichen Urwald auch für ihr imposante Opernhaus weltweit bekannt ist.

Vivaldão -- Fotoshow

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Für die Fifa-Weltmeisterschaft 2014 wird das “Vivaldão” mit seinen knapp 40 Jahren nun komplett abgerissen. An seine Stelle tritt die “Arena Manaus”, eine Multifunktionsanlage, die nicht nur als Fussballtempel dienen soll. Futuristisch wird sie in den Nachthimmel strahlen -- ein bewegliches Dach soll die rund 46.000 Fans innerhalb von 15 Minuten vor dem Regen schützen können. Entwickelt wurde das Konzept dem deutschen Architekturriesen GMP in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsberatung Delloite. Das derzeitige Stadion bietet lediglich Platz für rund 38.000 Zuschauer und ansonsten keinerlei Annehmlichkeiten. Zukünftig soll der gesamte Bereich dann jedoch an jedem Wochentag für die unterschiedlichsten Sportarten und zur Freizeitaktivitäten genutzt werden können -- Shoppingcenter und Gastronomie inklusive.

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Fotos: Divulgação / Prefeitura Manaus / ABr / gmp International / GoogleMaps