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FIFA-Schelte wegen Bauverzögerung von WM-Stadien

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veröffentlicht am Montag, 3. Mai 2010
FIFA-Schelte wegen Bauverzögerung von WM-Stadien

Der Weltfussball-Verband FIFA hat harsche Kritik aufgrund der anhaltenden Verzögerungen bei den geplanten Stadionprojekten für die Fussball-WM 2014 in Brasilien geübt. “Unglaublich, wie spät Brasilien dran ist” äusserte FIFA-Generalsekretär Jerome Valcke laut Medienberichten am Rande einer Veranstaltung in Südafrika. Größte Sorge der FIFA ist dabei die ständige Nichteinhaltung der vereinbarten Fristen. Jerome sieht die WM in gut vier Jahren im grössten Land Südamerikas zwar nicht gefährdet, forderte jedoch die Verantwortlichen zum schnellen Handeln auf. “Ihr müsst euch schon ins Zeug legen” forderte er die Entscheider in Politik, Wirtschaft sowie den brasilianischen Fussball-Verband CBF auf.

Der CBF unter dem Vorsitz von Ricardo Teixeira hatte sich gegenüber der FIFA verpflichtet, bis zum heutigen 03. Mai mit den Bauarbeiten an allen zwölf vorgesehenen Stadien für die WM-Endrunde 2014 zu beginnen. Brasiliens Sportminister Orlando Silva erhöhte daher in den vergangenen Wochen mehrfach den Druck auf die betroffenen Regionalregierungen, die Stadtverwaltungen und die Vereine, in dem er ankündigte, notfalls einige Standorte zu streichen. Die FIFA sieht für eine Weltmeisterschaft zwischen acht und zehn Austragungsstätten vor, auf Wunsch von Brasiliens Staatspräsidenten Luiz Inácio Lula da Silva wurde diese Zahl erstmalig bei einer WM – auch unter Berücksichtigung der Größe Brasiliens – auf 12 erhöht.

Derzeit wird nach Auskunft des nationalen Bauingenieur und Architektenverbandes Sinaenco jedoch lediglich an drei der zwölf Standorte tatsächlich gearbeitet: in Belo Horizonte, Cuiabá und Manaus. Am Mineirão – Stadion in Belo Horizonte werden die Struktur verstärkt sowie Betonschäden ausgebessert und erneuert. In Cuiabá im Mato Grosso wird das bestehende Verdão – Stadion derzeit genauso wie das Vivaldão – Stadion in der Amazonasmetropole Manaus den geplanten Neubau abgerissen.

An allen anderen Austragungsstätten passiert dagegen rein gar nichts. Die Standorte Rio de Janeiro, São Paulo, Brasília, Salvador und Recife stehen dabei den grössten Problemen gegenüber. In den Metropolen Rio de Janeiro und São Paulo müssen die Projekte für das Maracanã – Stadion und das Morumbi – Stadion erneut komplett nach den FIFA-Anforderungen umgearbeitet werden, damit sie nach der geplanten Renovierung auch tatsächlich WM-tauglich sind.

Im Hauptstadtdistrikt Brasília hat die Amtsenthebung von Gouverneur José Roberto Arruda und den damit verbundenen Politskandal sämtliche Ausschreibungen für das Estádio Nacional de Brasília derzeit auf Eis gelegt. Wann es damit weitergehen kann, ist unklar. Und in Salvador da Bahia sowie in Recife in Pernambuco behindern juristische Probleme den Beginn der Arbeiten am Fonte Nova — Stadion sowie der Arena Cidade da Copa.

Die Bürokratie behindert auch das Fortschreiten der Planungen in Fortaleza und Natal im Nordosten Brasiliens. In der Hauptstadt des Bundesstaates Ceará haben zwei der bei der bereits erfolgten Ausschreibung unterlegenen Konsortien den Rechtsweg eingeschlagen um doch noch den Zuschlag beim geplanten Castelão – Stadion zu erhalten. Und in Rio Grande do Norte ist das Projekt für die Arena das Dunas über die öffentlichen Anhörungen noch immer nicht hinaus gekommen.

In Curitiba und Porto Alegre hingegen herrscht massiver Geldmangel. Da sich die Arena da Baixada und das Gigante da Beira-Rio beide in Privathand befinden, gibt es seitens der öffentlichen Hand keinerlei finanziellen Beihilfen. Hier müsste die freie Wirtschaft einspringen, doch keinerlei Investoren zeigen derzeit Interesse, sich an den Projekten zu beteiligen. Der Präsident von Atlético Paranaense in Curitiba glaubt daher schon nicht mehr an seine Stadt als Austragungsstätte bei der Fussball-WM 2014. Und in Porto Alegre ganz im Süden des Landes will man nun gerichtlich prüfen, ob der Bundesstaat sich vielleicht doch an der Finanzierung mit öffentlichen Geldern beteiligen könnte.

Die Zeit rennt den Verantwortlichen daher fast überall im Eiltempo davon. Fünf Stadien müssen bereits 2013 vollständig fertiggestellt sein, um dort den als Mini-WM bekannten Konföderationen-Pokal (Confed-Cup) austragen zu können. Dies scheint am heutigen 03. Mai 2010, Tag des FIFA-Ultimatums für den Beginn sämtlicher Baumassnahmen, fast unmöglich. Denn derzeit gibt es in Brasilien noch nicht einmal einen Termin für eine Präsentation von Modellen der geplanten Stadien, in denen in vier Jahren Mannschaften aus aller Welt einmal erneut um den Titel kämpfen wollen.


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